Die Evolution: Rolex Submariner Date
Wie die Submariner Date den modernen Klassiker prägte
Das deutlichste Zeichen für Fortschritt ist Weiterentwicklung. Das ist etwas, das wir bei Bucherer anhand vieler verschiedener Modelle der Welt der Uhrmacherei untersucht haben, aber oft kann ein einziges hinzugefügtes Element eine ganze Reihe von darauffolgenden Weiterentwicklungen auslösen und dafür gibt es wohl kaum ein besseres Beispiel als die Datumskomplikation bei Rolex. Die Datejust, die diese Funktion einführte, war die erste selbstaufziehende Rolex Armbanduhr mit Datumsfenster auf dem Zifferblatt. Seitdem wurde die Datumsfunktion sukzessive auf weitere Modelle der Kollektion ausgeweitet, darunter die GMT-Master (1955) und die Day-Date (1956), die beide von Beginn an mit dieser Komplikation ausgestattet wurden. Die Submariner hingegen musste 16 Jahre warten, bevor auch sie die Datumskomplikation erhielt und dann damit der Kurs ihrer Modellreihe für immer verändert wurde.
6 Minuten

Referenz 1680: Das erste Datumsfenster (späte 1960er bis 1970er)
Mit der Referenz 1680 erhielt die Submariner zum ersten Mal eine Datumskomplikation. Die 1680 wurde in 111'226 Exemplaren gefertigt und ihre Einführung markiert einen bedeutenden Moment für die Submariner, der die Identität der Premium Taucheruhr massgeblich veränderte. Sie verfügt über ein 40 mm grosses Oyster-Gehäuse aus Edelstahl mit Acrylglas und behält die bekannte drehbare Lünette und die Wasserdichtigkeit bis 200m ihrer Vorgängermodelle bei. Bei 3 Uhr, unter der Zykloplupe, sitzt jedoch eine praktische neue Komponente, die dazu beitrug, die Armbanduhr von einem reinen Tauchinstrument zu einem nützlichen Begleiter ausserhalb des Wassers weiterzuentwickeln. Frühere Exemplare verfügen noch über matte Zifferblätter und aufgemalte Tritium-Indizes, die heutzutage einen utilitären Anschein erwecken, der unmissverständlich an ihre Ära erinnert. In vielerlei Hinsicht repräsentiert die 1680 einen philosophischen Richtungswechsel für die Krone. Während frühere Submariner Modelle auf einen einzigen Zweck ausgerichtet waren, schlug diese Referenz eine Brücke zwischen Land und Meer.

In der Tiefe getestet: Der Einfluss von COMEX
COMEX, abgekürzt für Compagnie Maritime d’Expertises, war eine französische Tauchfirma, die die Grenzen menschlicher und mechanischer Belastbarkeit in extremen Tiefen testete. Rolex stattete die Firma ab 1970 mit professionellen Taucheruhren aus, unter anderem mit frühen Submariner Modellen ohne Datumsfunktion und Sea-Dwellers mit Datum. Die Subs ohne Datum priorisierten Einfachheit und Robustheit für das Sättigungstauchen, während bei den Sea-Dwellers das Datum für die praxisorientierte Protokollierung enthalten war – wenn auch ohne Zykloplupe, um heliumbedingte Beschädigungen des Uhrglases zu vermeiden. Erst mit der Submariner Date Ref. 1680 aus dem Jahr 1969 wurde das Datum zu einer Standardfunktion der Submariner Modellreihe und erweiterte die professionale Leistungsfähigkeit so um Alltagstauglichkeit. Diese Entwicklung war direkt von den Bedürfnissen und Erfahrungen der professionellen Tiefseetaucher, wie COMEX Tauchern, inspiriert worden, über die Sie hier mehr erfahren können.

Referenz 16800: Eine Neuerfindung für die moderne Ära (späte 1970er bis 1980er)
Die 16800 war auf vielerlei Hinsicht die erste wirklich moderne Submariner Date. 81'694 Exemplare wurden von dieser Referenz produziert. Sie führte Saphirglas und eine Wasserdichtigkeit bis 300 m ein – ein Standard, der bis heute besteht. Bei dem Wechsel von Acryl- zu Saphirglas handelte es sich jedoch nicht um eine kosmetische Veränderung. Dieser Schritt signalisierte gesteigerte Widerstandsfähigkeit, Kratzfestigkeit und eine klare Orientierung an zeitgenössischen Ansprüchen. Das Gehäuse und Armband sind aus korrosionsbeständigem Edelstahl 316L gefertigt. Frühe Modelle verfügen noch über matte Zifferblätter, welche dann Mitte der 1980er durch glänzende Zifferblätter mit Weissgoldumrandungen ersetzt wurden. Diese Evolution stellt ein wesentliches Merkmal der Referenz 16800 dar, der es gelang, Vintage-Charme und moderne Ingenieurskunst zu vereinen. In Hinblick auf die Funktionalität wurde die Uhr robuster. Aus konzeptueller Sicht jedoch wurde sie zu einer raffinierteren Armbanduhr und mit Ref. 16800 passte sich die Submariner Date nicht länger an, sondern setzte selbst den Standard.

Referenz 168000: Ein Durchbruch in der Materialentwicklung (1988)
Bei der 168000 handelt es sich um eine der flüchtigsten und geheimnisvollsten Submariner, die jemals produziert worden sind. Sie wurde nur ungefähr acht Monate lang produziert, womit die 168000 einen ungewöhnlichen Platz in den Reihen der kommerziell erhältliche Rolex Armbanduhren einnimmt. Die Referenz, die unter Sammlern und Sammlerinnen als «Triple Zero» bekannt ist, unterscheidet sich in ihrer äusseren Gestaltung kaum von der 16800. Der Hauptunterschied liegt in der Verwendung von Edelstahl 904L, eine Legierung mit noch höherer Korrosionsbeständigkeit, die Rolex später auf seine gesamte Produktion ausgeweitete. Rolex ordnet diese Referenz und die 16800 häufig derselben Kategorie zu. Selbst in der Servicedokumentation wird es regelmässig so aufgelistet, was nur noch mehr zum schwer fassbaren und geheimnisvollen Anschein der 168000 beträgt. Es ist eine Referenz, die selten in offiziellen Aufzeichnungen auftaucht und deren Produktionszahlen undokumentiert bleiben. Die 168000 dient als Beispiel für das Ausmass der Weiterentwicklungen im Hause Rolex. Zahlreiche Male im Verlaufe der Geschichte hat die Krone ihren Katalog weiterentwickelt, oft auf sehr offensichtliche Weise, aber manchmal wurden eben auch subtilere Neuerungen eingeführt, die häufig nicht offiziell kommuniziert wurden. Im Fall der 168000 beeinflusste dieses Mass an Materialinnovation die zukünftigen Produktionsstandards von Rolex nachdrücklich.

Referenz 16610: Ein neues Jahrhundert der Submariner (1988 bis 2010)
Eine Referenz verkörpert das späte zwanzigste Jahrhundert der Submariner Date wie keine andere: die 16610. Über mehr als zwei Jahrzehnte wurden 646'613 Exemplare von ihr gefertigt, womit sie zu der am häufigsten produzierten Submariner Date wurde. Mit einem Durchmesser von weiterhin 40 mm, Saphirglas und einer Lünetteneinlage aus Aluminium bildet die 16610, ebenso wie die 16800, eine weitere Brücke zwischen den Generationen. Ausserdem führte Rolex mit dieser Referenz den Kaliber 3135 in die Submariner Modellreihe ein. Das legendäre Uhrwerk, das für sich selbst spricht, wurde von Rolex selbst geschaffen und verfügt über Datumschnellschaltung, verbesserte Ablesbarkeit und COSC-zertifizierte Chronometer-Genauigkeit. Damit stellt es einen signifikanten technischen Fortschritt gegenüber seinen Vorgängern dar. Über seine 22-jahrige Fertigungsperiode hinweg hat die Referenz einige subtile und dennoch bedeutende Verfeinerungen erfahren. Die hohlen Bandanstösse des Armbands wurden durch solide Bandanstösse ersetzt. Das Zifferblatt liess die aufgemalten Tritium-Indizes hinter sich und bekam eine glänzende Oberfläche mit weissgoldenen Umrandungen. Für die Leuchtmasse wurde nun nicht mehr Tritium gewählt, sondern Luminova und später Super-Luminova, was zu verbesserter Helligkeit und Langlebigkeit führte. Später gefertigte Exemplare der 16610 führten zudem eine gravierte Rehaut mit umlaufend eingraviertem ‚ROLEX‘‑Schriftzug und der Seriennummer bei sechs Uhr ein. Diese Ergänzung verbesserte die Authentizitätsprüfung und verlieh der Referenz eine Verfeinerung, die die klassische Submariner Ästhetik optisch aufwertet. Diese kleinen Anpassungen verfeinerten nicht nur die 16610, sondern dienten auch als Tests für die Modernität nachfolgender Exemplare.

Referenz 116610: Ein markantes neues Auftreten (2010 bis 2020)
Während die zuvor genannten Referenzen eine schrittweise Evolution darstellen, markiert die 11610 einen mutigen Schritt in die Moderne. Die Referenz, die mit einer Auflage von 414'905 Stück produziert wurde, erhielt in Sammlerkreisen den Namen «Maxi Case». Diese neue Gehäuseentwicklung verfügt über breitere Bandanstösse, ein grösseres Zifferblattlayout mit leicht vergrösserten Stundenindizes und Zeigern sowie einen Keramik-Lünetteneinsatz, der die Lünette vor Kratzern und Ausbleichen schützt. Auch das Armband wurde weiterentwickelt: Es erhielt massive Mittelglieder und die Glidelock-Schliesse für präzise Feineinstellung (erstmals als Funktion bei der Sea-Dweller gesehen). Alles an der 11610 fühlt sich substanzieller, moderner und durchdachter an. Auch wenn die Grösse von 40 mm unverändert geblieben ist, sorgt das raffinierte Spiel mit den Proportionen dafür, dass das Gehäuse am Handgelenk präsenter wirkt und damit den modernen Erwartungen entspricht.

Die Zyklo-Lupe
Die Zyklop-Lupe, die sich über dem Datumsfenster befindet, vergrössert die darunterliegende Datumskomplikation für sofortige Lesbarkeit. Diese Funktion, die Rolex in den 1950ern mit der Datejust einführte, wurde ab den 1970er Jahren zu einem wesentlichen Merkmal der Submariner Date. Die aus Saphirglas gefertigte Zykloplupe wird nicht in das Uhrglas selbst eingearbeitet, sondern sie wird als separate Linse geformt und dann sorgfältig auf dem Uhrglas angebracht. Dies wurde notwendig, als Rolex in den 1970ern von Acryl- zu Saphirglas wechselte. Die Linse vergrössert das Datum um ungefähr 2,5 – eine Zahl, die seit Langem mit der Marke verbunden wird. Moderne Versionen verfügen ausserdem über eine entspiegelte Beschichtung, die die Ablesbarkeit bei blendendem Licht verbessert. Aus funktionaler Sicht macht sie das Datum leichter ablesbar und aus ästhetisch betrachtet ist ihre Silhouette untrennbar mit der Identität der Krone verbunden.
Referenz 126610: Feinschliff auf 41 mm (2020 bis heute)
Die aktuelle Referenz 126610 wurde erstmals im Jahr 2020 vorgestellt. Sie führte eine Vergrösserung des Gehäuses von 40 mm auf 41 mm ein und auch das Armband ist mit 21 mm etwas breiter als bei den Vorgängermodellen. Wenn man jedoch diese Generation und das Vorgängermodell 116610 nebeneinander und am Handgelenk betrachtet, sorgen die Änderungen am Gehäuse dafür, dass das Modell 126610 tatsächlich etwas kompakter wirkt. Die Bandanstösse laufen stärker zu als in der Maxi Case Ära und führen das Modell so wieder näher an frühere Gehäuseformen heran, während die moderne Robustheit erhalten bleibt. Darüber hinaus wurde der Kaliber 3135 bei der Referenz 126610 durch Rolex modernen Kaliber 3235 ersetzt. Dieser Kaliber war erstmals 2015 in der Sea-Dweller verwendet worden. Mit seinen 70 Stunden Gangreserve und der Chronergy-Hemmung bietet er moderne Uhrwerkstechnologie in klassischen Submariner Proportionen. Nach wie vor bis 300 Meter wasserdicht und unverkennbar eine Submariner, ist die 126610 die ultimative Referenz, in der sich die Geschichte einer Legende fortschreibt. Sie wird noch immer produziert und führt eine Modellreihe fort, die mit der entscheidenden Einführung eines Datumsfensters bei der 1680 ihren Anfang nahm.

Heute ist die Submariner wohl die beliebteste Sportuhr der Welt und eine der ikonischsten Uhren, die je hergestellt wurden. Bei der Referenz mit Datumskomplikation handelt es sich um die massgebliche und begehrteste Variante, die Funktionalität, Tradition und zeitlosen Stil auf eine Art vereint, wie es nur wenigen Uhren je gelungen ist. Die Submariner Date ist weit mehr als nur eine Taucheruhr – sie ist die Verkörperung eines Erbes und dient als Beweis dafür, dass sorgfältige Weiterentwicklung, anstelle von radikaler Veränderung, einem Design langfristige Relevanz sichert.

