The Evolution

Omega Speedmaster

Die Speedmaster wurde Ende der 1950er Jahre als Funktionsuhr für die Zeitmessung auf Rennstrecken entwickelt. Das Ziel von Omega war klar: ein Chronograph, auf den man zählen konnte, Runde für Runde, unter realen Bedingungen. Diese Zuverlässigkeit stiess bald auch ausserhalb des Motorsports auf Interesse. Nur wenige Jahre später unterzog die NASA die Speedmaster gründlichen Prüfungen. Ingenieure setzten sie Vibrationen, plötzlichen Druckänderungen und Temperaturen aus, die weit über das hinausgingen, was die meisten Armbanduhren aushalten würden. Sie bestand diese Tests und bewies damit ihren Wert als zuverlässiges Werkzeug nicht nur auf Asphalt, sondern auch jenseits der Erde. Über sechs Jahrzehnte lang wurde die Speedmaster stetig weiterentwickelt, aber nicht neu erfunden. Jedes Modell erzählt eine eigene Geschichte von Funktionalität, Technik und sorgfältiger Verfeinerung.

5 Minuten

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1965-1967
Das Ende der geraden Bandanstösse
Ref. 105.003-65

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Im Jahr 1965 schaute die Menschheit gespannt zum Himmel. Die Raumfahrt hatte eine ganze Generation in ihren Bann gezogen. Ob bei Design, Autos, Möbeln oder Armbanduhren – das Weltall als Konzept war zu einer Obsession geworden. Mit der Speedmaster befand sich Omega bereits auf diesem Kurs. Die Referenz 105.003‑65, die später nach dem Amerikaner «Ed White» benannt wurde, der sie auf dem ersten Weltraumspaziergang trug, läutete das Ende des Gehäuses mit geraden Bandanstösse ein. Als Antrieb dient ihr das Handaufzugskaliber 321. Dabei handelt es sich um ein Uhrwerk für Säulenrad-Chronografen – ganz im Gegensatz zu zivilen Armbanduhren – das extremen Bedingungen standhalten kann, darunter rasanten Beschleunigungen und Vakuum-Bedingungen. Während NASAs strengen Eignungsprüfungen übertraf dieses Uhrwerk alle anderen Modelle seiner Zeit und setzte so den Massstab. Damit wurde die 105.003 zur ersten Speedmaster, die für bemannte Raumfahrtmission zugelassen war und sie legte den Grundstein für die zukünftige Entwicklung der Kollektion.

1967-1968
Der entscheidende Moment der Moonwatch
Ref. 145.012

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Die 145.012 ist jene Referenz, die viele vor Augen haben, wenn sie den Namen «Speedmaster» hören. Sie ist es schliesslich, die Neil Armstrong und Buzz Aldrin bis auf den Mond und zurück begleitet hat. Die zwischen 1967 und 1968 hergestellte Armbanduhr ist die letzte mit einem 321er Kaliber ausgestattete Referenz, bevor Omega zum 861er Kaliber wechselte. Die 145.012 ist und bleibt das Speedmaster-Modell, das von mehr Astronauten getragen wurde als jedes andere. Damit eine Uhr «fit fürs All» war, musste sie mehr können, als den starken Vibrationen beim Raketenstart standzuhalten. Das Zifferblatt musste auch in lichtarmen Verhältnissen und unter Blendlichteintwirkung lesbar bleiben. Der Chronograph musste vor allem für zeitkritische Missionen zuverlässig und präzise die Zeit messen können. Das Uhrwerk war darauf ausgelegt, mit schnellen Druckveränderungen, mit Temperaturschwankungen von intensiver Sonneneinstrahlung zu Schatten und mit Schwerelosigkeit, die einen Einfluss auf die Eigenschaften von Schmiermittel hat, umgehen zu können. Jedes Detail, von der Aufzugskrone bis zu den Drückern, war so entworfen und geprüft worden, dass es einwandfrei unter diesen rauen Bedingungen funktionierte und auch mit Handschuhen bedient werden konnte. Es war eine Uhr, auf die Astronauten sich verlassen konnten, um Manöver und Experimente im All sowie Wiedereintrittsprozeduren, bei denen es keinen Raum für Fehler gab, zeitlich genau abzupassen.

Mit dieser Speedmaster Generation nahm das Gehäuse eine asymmetrische Form mit markantem Profil an, das von geschwungenen Bandanstössen geprägt wurde, die für zusätzlichen Schutz sorgten. Die Drücker wurden für die bessere Bedienung mit Handschuhen etwas länger und markanter gestaltet. Im Herzen der Uhr schlug das legendäre 321er Kaliber. Bei dem mattschwarzen Zifferblatt, Hesalitglas und den mit Tritium versehenen Indizes handelt es sich um funktionsbedingt getroffene Entscheidungen. Während die 105.003 als Versuchsmodell diente, war die 145.012 die eigentliche Meisterleistung. Sie stellt den Übergang von einem Kapitel in der Geschichte der Speedmaster zum nächsten dar und behütet die DNA der Speedmaster, die die Kollektion bis heute prägt.

1968-1988
Die Ära des 861er Kalibers
Ref. 145.022

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Die Referenz 145.022 wurde erstmals 1968 vorgestellt und blieb bis in die späten 1980er relevant. Sie ist womöglich das beste Beispiel für die lang andauernde Beliebtheit der Speedmaster. Mit ihr wurde auch das von Hand aufgezogene Kaliber 861 eingeführt, bei dem das Säulenrad durch ein Nocken-gesteuertes System ersetzt wurde. Das 861er Kaliber stand seinem Vorgängermodell in Genauigkeit und Zuverlässigkeit nichts nach. Anstelle eines Säulenrads, das die Start-, Stopp- und Rückstellfunktionen steuert, übernahm eine Reihe von Nocken und Hebeln diese Aufgaben. Diese Änderung machte das Uhrwerk im Aufbau einfacher und wartungsfreundlicher und sorgte über einen längeren Zeitraum für eine gleichbleibende Leistung, während die Präzision und Zuverlässigkeit des Chronographen erhalten blieben. Auch wenn manche Uhrenliebhaber wehmütig auf die Romantik der 321er Ära zurückblicken, so wurde sie doch von einer Epoche abgelöst, die durch industrielle Fertigungskonstanz mehr Modernität erreichte und damit eine langlebige und dezente Uhr schuf. Im Jahr 1989 erreichte die 145.022 den Status der am längsten produzierten Speedmaster Referenz.

1997-2009
Der professionelle Standard
Ref. 3570.50.00

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Zu Beginn der 2000er war die Speedmaster Professional zu einem Massstab unter den Chronographen geworden. Die 3570.50.00 verfeinerte das Modell, das gemeinhin als «Moonwatch» bezeichnet wird – jene Speedmaster Version, die von der NASA für bemannte Raumflüge zertifiziert und auf der Mondoberfläche getragen wurde. Nicht alle Speedmaster Modelle sind auch Moonwatches, da die Bezeichnung nur jenen Uhren vorbehalten ist, die über dieses Erbe und die Flugzulassung verfügen.

Die 3570.50.00 blieb ihren Ursprüngen treu, indem sie an dem asymmetrischen Gehäuse mit 42mm-Durchmesser, dem Hesalitglas und der Gravur der NASA-Raumfahrt-Qualifizierung festhielt. Angetrieben wurde die Uhr von dem Handaufzugswerk Kaliber 1861, eine Weiterentwicklung des 861er Kaliber, das das vertraute Gefühl der Moonwatch bewahrte und gleichzeitig die Zuverlässigkeit verbesserte. Die Uhr vereinte Tradition und Alltagstauglichkeit, während Haptik, Funktionalität und historische Strahlkraft erhalten blieben. Die 3570 erinnert uns daran, dass die Speedmaster schon immer in erster Linie dazu gedacht war, als Zeitmessinstrument genutzt und nicht nur bewundert zu werden.

 

Speedmaster

Alle Speedmaster von Omega sind Chronographen, aber der Name an sich bezieht sich auf die gesamte Kollektion, die verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Gehäusegrössen, Uhrwerken, Materialien und Anwendungszwecken beinhaltet. Viele Speedmaster Modelle, wie z.B. die Speedmaster Racing oder die Speedmaster Reduced Kollektionen sind nie für die Raumfahrt konzipiert worden und wurden auch nicht von der NASA geprüft.

 

Professional

Nur Speedmaster-Varianten, die von der NASA für bemannte Raumfahrtmissionen qualifiziert wurden, dürfen den Schriftzug «Professional» auf ihrem Zifferblatt tragen. Er kennzeichnet, dass die Uhr sorgfältig auf ihre Beständigkeit bei Schockeinwirkungen, Vibrationen, extremen Temperaturen und Schwerelosigkeit geprüft wurde. Die Verwendung des Beinamens «Professional» ist daher ein funktionales und historisches Merkmal – kein stilistisches.

 

Moonwatch


Die Bezeichnung “Moonwatch” geht nicht auf die Marke Omega zurück, sondern wurde der Uhr von Sammlern und Sammlerinnen gegeben. Gemeint ist dabei die Speedmaster Professional Version in Edelstahl mit klassischem 42mm-breitem Gehäuse und schwarzem Zifferblatt, so wie sie auch während der Apollo-Mission und auf der Mondoberfläche getragen wurde. Alle Moonwatches sind Speedmaster Professionals, jedoch werden nicht alle Speedmaster Professional Versionen auch von Uhrenliebhabern als Moonwatches klassifiziert.

 

2021-heute
Ein moderner Klassiker
Ref. 310.30.42.50.01.001

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Die 310.30.42.50.01.001 ist die jüngste Ausführung, die die Speedmaster in die moderne Ära trägt. Ihr Design greift Elemente der Moonwatch der vierten Generation, der ST 105.012, auf – das Stufenzifferblatt, die periodenkorrekte Lünettenbeschriftung mit Punkt über der 90 sowie das sich verjüngende Armband erinnern uns an die Apollo 11 Mission. Angetrieben wird der Zeitmesser von dem Handaufzugswerk Kaliber 3861, ein als Master Chronometer zertifiziertes Werk, das über antimagnetische Eigenschaften sowie über die legendäre Co-Axial-Hemmung verfügt. Das Gehäuse weist weiterhin einen Durchmesser von 42 mm auf und die Höhe ist mit 13,5 mm etwas niedriger als bei früheren Referenzen der 1861er Ära. Hier trifft technische Raffinesse auf Tradition.

Die Speedmaster zeichnet sich durch Kontinuität, nicht durch Neuartigkeit, aus. Jede Generation bewahrt ihre wesentliche Bestimmung: in jeglicher Umgebung zuverlässig zu funktionieren. Was diese Uhren von anderen unterscheidet ist nicht nur ihre Ingenieurskunst, sondern es sind auch die Momente, die sie miterlebt hat und die Personen, die sich auf sie verlassen haben. Von der Rennstrecke bis zu Mondlandungen, die Speedmaster war zur Stelle, wenn es auf Präzision ankam und brachte menschliche Bestrebungen mit mechanischer Exzellenz zusammen.

 

Diese Armbanduhren fangen den Geist der damaligen Zeit ein: den Optimismus des Raumfahrtzeitalters, die Disziplin der Erkundung und das Vertrauen in eine Funktionsuhr, die auf Beständigkeit ausgerichtet ist. Die Speedmaster Modelle haben neue Massstäbe gesetzt, weil sie kompromisslos funktionieren und dabei sofort wiedererkennbar bleiben – ihr Design strahlt auf den ersten Blick Zuverlässigkeit und eine klare Bestimmung aus. Sowohl die Ereignisse, in denen die Speedmaster eine Rolle gespielt hat, wie auch die Mechanik, die sie in ihrem Inneren trägt, machen ihr Erbe aus. Und auch nach vielen Jahrzehnten verliert sie nicht an Relevanz – nicht etwa, weil sie sich den aktuellsten kulturellen Tendenzen anpasst, sondern weil sie zeigt, was ein Zeitmesser erreichen kann, wenn Funktionalität, Geschichte und menschliche Ambition aufeinandertreffen.