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Martin Julier über Trendsteine und Klassiker

Für Bucherer Fine Jewellery kauft Martin Julier die Top-Edelsteine ein. Im Interview mit Marianne Eschbach verrät der Edelsteinexperte die aktuellen Trends und spricht über die Wertsteigerung von Farbsteinen.

 

Die Trendsteine sind im Moment der hellblaue Aquamarin und der rosé-farbene Morganit. Sie sind aus der Familie der Berylle wie der Smaragd.
Martin Julier, Head of Gemological Laboratory Bucherer AG

 

Chefgemmologe Martin Julier im Interview

Martin Julier, Chefgemmologe bei Bucherer.

Herr Julier, sind Edelsteine auch Trends unterworfen und wenn ja, wie entstehen diese?

Die Tendenzen in den Farbsteinen hängen auch, aber nicht nur mit der Mode zusammen. Nach dunklen Farben sind plötzlich Pastelle sehr gefragt, allen voran Hellblau und Rosa. Die führenden Trendsteine in diesem Bereich sind im Moment der hellblaue Aquamarin und der rosé- bis lachsfarbene Morganit. Beide sind aus der Familie der Berylle wie der Smaragd.

Und weshalb ist der Smaragd wieder gefragt?

Im ganz hochwertigen Bereich, also bei den Rubinen, Saphiren und Smaragden funktioniert die modische Beeinflussung weniger. Rubin ist immer rot, Smaragd ist immer grün und wenn man den Namen Saphir hört, denkt man an Dunkelblau. Diese bekannten drei Grundfarben sind weniger den Modetrends unterworfen und deshalb in den vergangenen Jahren etwas in Vergessenheit geraten. Wir wollen nun wieder mehr im Bereich dieser Klassiker anbieten, um sie zurück ins Bewusstsein zu holen. Sie haben sicher mehr Aufmerksamkeit verdient, gehören sie doch zusammen mit dem Diamanten zu den wertvollsten Edelsteinen.

Im Angebot unserer Händler ist deutlich bemerkbar, dass der Smaragd eine erfreuliche Renaissance erlebt. Sogar einzelne Minenbetreiber bewerben die intensiv grünen Steine. Das hat zur Folge, dass die Preise für feine Smaragdqualitäten steigen.

Edelsteine sind im Moment also eine interessante Geldanlage?

Edelsteine sind schon seit Längerem hoch interessant. Im Gegensatz zum Diamanten gibt es beim Farbstein keine einheitliche Graduierung. Und die Vorkommen sind sehr willkürlich. Man kann heute einen Stein finden und dann drei Monate lang keinen einzigen mehr in derselben Mine. Die Preise für einen nicht erhitzten Rubin aus Burma haben sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt bis verdreifacht. Beim Saphir dasselbe. Der Spinell ist gar fünfmal so teuer geworden. Beim Diamanten gab es solche Wertsteigerungen bisher nie.

Weshalb ist das so?

Zum einen erschöpfen sich die Fördermengen in bekannten Minen. Ein gutes Beispiel ist Burma. Seit 2000 Jahren findet man dort Edelsteine. Alle Könige und Kaiser der Welt haben Steine aus Burma in der Krone. Wenn man über so lange Zeit Abbau betreibt, wird es irgendwann knapp. Man findet immer weniger Rubine und Saphire und das treibt die Preise in die Höhe. Der andere Grund ist die veränderte Nachfrage. In Boomländern wie Indien und China haben immer mehr Leute mehr Geld, um sich etwas zu leisten. Das merkt man sofort auf dem Edelsteinmarkt.

 

Langjährig gewachsene Beziehungen mit Edelsteinlieferanten sind für uns besonders wertvoll. Ich habe Lieferanten, mit denen schon mein Vorgänger vor 25 Jahren arbeitete.
Martin Julier, Head of Gemological Laboratory Bucherer AG

 

Einfassen eines Farbedelsteins.

Wo kaufen Sie die Steine ein?

Wichtige Drehscheiben sind Fachmessen wie die Baselworld oder die Inhorgenta in München. International gesehen sind immer noch Bangkok und Hongkong die grössten und bedeutendsten Handelsplätze.

Enorm wertvoll sind auch langjährig gewachsene Beziehungen. Ich habe Lieferanten, mit denen schon mein Vorgänger vor 25 Jahren arbeitete. Diese Leute trifft man nicht an den Messen, sondern irgendwo in Bangkok in einem unscheinbaren Büro. Wir können dort Raritäten kaufen, die an den Messen gar nicht gezeigt werden.