Kompetenz

Der Mensch wird verzaubert, sobald er etwas in den Händen hält, was rar ist oder unerschwinglich scheint. Dazu zählen auch kostbare Juwelen, allen voran der Diamant. In seiner seltenen Schönheit drückt er das aus, was mit Worten unaussprechlich ist.

  • Feuer der Liebe

    Durch sein Funkeln zieht der Diamant die Betrachter seit jeher in seinen Bann. Vielleicht deshalb, weil uns seine immens harte Beschaffenheit das Gefühl von Unsterblichkeit gibt.

    Oder weil er im tiefsten Innern der Erde geboren wurde, um nach einer langen Reise an die Oberfläche zu gelangen. Vielleicht aber auch, weil sein Ursprung in letzter Konsequenz ein Geheimnis bleibt. Fest steht, dass er die Phantasien der Menschen schon immer beflügelt hat. Für die einen galten Diamanten als Tränen der Götter, für die anderen waren sie ein Symbol der Stärke und Unbesiegbarkeit.

    Von daher rührt auch sein Name, denn Diamant entstammt dem griechischen Wort “adàmas”, was soviel bedeutet wie “Unbezwingbarkeit”. und da, wie wir wissen, die wahre Liebe mit nichts zu besiegen ist, wird der Diamant auch immer mit ihr in Verbindung gebracht. Als das bis in alle Ewigkeit brennende Feuer der Liebe.

    Auf welche Weise sich der Diamant einst, unter enormem Druck und unvorstellbarer Hitze, im Erdinnern kristallisiert hat, ist bis heute nicht in allen Details bekannt. Mit Bestimmtheit können wir jedoch sagen, wie er seine vollendete Form erlangt: Indem die vier C von Cut (Schliff), Colour (Farbe), Clarity (Reinheit) und Carat (Gewicht) in ihrem optimalen Verhältnis zueinander stehen.

  • Cut & Colour

    Cut

    Brillanz erlangt der Diamant dadurch, dass er in den richtigen Proportionen geschliffen wird. Es ist eine Wissenschaft für sich, die beste innere Totalreflektion des Lichtes zu erzielen. Die Schliffart ergibt sich gewöhnlich aus der natürlichen Rohform des Diamanten. Für welchen Schliff auch immer man sich entscheidet, die Bezeichnung Brillant verdienen nur Diamanten, welche rund geschliffen sind und mindestens 57 Facetten aufweisen.

    Im richtigen Verhältnis geschliffen, reflektiert der Diamant das Licht von einer Facette zur anderen, wodurch es dem Betrachter direkt entgegenblitzt.

    Ist der Diamant zu tief (zu dick) geschliffen, versiegt ein Teil des Lichtes in seinem Innern. Sobald der Schliff zu flach ausfällt, entweicht das Licht unreflektiert nach unten.

    Colour

    Obwohl man den Diamanten meist in seiner transparenten Form antrifft, ist er in lupenreinem Weiss höchst selten. Geschliffene Diamanten weisen häufig feinste Gelb- bis Brauntöne auf. Genauso rar wie hochweisse Diamanten sind die sogenannten fancy diamonds. Diese cognac- und rosafarbenen, blauen, grünen oder intensivgelben Liebhaberstücke werden zu Spitzenpreisen gehandelt.

  • Clarity & Carat

    Clarity

    Wie kein anderer Edelstein erreicht der Diamant in seiner Vollkommenheit ein Höchstmass an Brillanz. Als absolut rein gilt er aber erst dann, wenn er keinerlei Einschlüsse hat. Zuviele oder grobe Einschlüsse hindern zum Teil das Reflektieren des einfallenden Lichtes. Das Prädikat lupenrein (IF=internally flawless) verdient er in dem Moment, wo innere Merkmale bei zehnfacher Vergrösserung selbst von Experten nicht mehr auszumachen sind. Ungeachtet dessen sind Diamanten mit sehr geringen Einschlüssen (VSI = very small inclusions) selten genug.

    Carat

    Karat, die Gewichtseinheit des Diamanten, bestimmt seine Grösse. Da ein Zweikaräter viel seltener vorkommt als zwei Einkaräter, ist er folglich auch kostbarer. Die Grösse eines Diamanten steigert seinen Wert jedoch erst dann, wenn auch die anderen Qualitätskriterien erfüllt sind. Das ist selten genug, denn die Wahrscheinlichkeit von kleinen Einschlüssen ist bei mehrkarätigen Steinen entsprechend hoch. Ein Karat (1ct) wiegt 0,2 Gramm und wird in 100 Punkte unterteilt. Damit wiegt ein Diamant mit 25 Punkten 0,25 Karat.

  • Ursprung

    Am Ende einer langen Reise

    Vor ungefähr 2 Milliarden Jahren gelangte kristallisierter Kohlenstoff durch gewaltige Vulkanausbrüche an die Erdoberfläche. Dort kühlten die Kristalle ab, in den sogenannten Kimberlitschloten, dem vulkanischen Gestein und Hauptfundort der Diamanten.

    Diese abenteuerliche Reise durch den Erdmantel haben jedoch nur wenige überstanden. Das ist auch der Grund, weshalb Diamanten so selten sind. Von den Anfängen der Diamantensuche bis heute konnten erst gegen 400 Tonnen des edlen Materials gewonnen werden. Nur gerade die Hälfte eignet sich zu Schmuckzwecken. Und lediglich ein Bruchteil davon ist am Ende grösser als ein Viertelkaräter. Das Aufspüren von Diamanten ist trotz modernster Mittel immer noch schwierig. Um Rohmaterial in der Grösse eines Einkaräters zu gewinnen, müssen durchschnittlich 250 Tonnen Kimberlit-Gestein bearbeitet werden.

    Geschichtlichen Zeitdokumenten zufolge wurden die ersten Diamanten vor mehr als 2800 Jahren in Indien entdeckt. Die moderne Diamantenindustrie nahm ihren Anfang erst im späten neunzehnten Jahrhundert, in Südafrika. Zu den Ergiebigsten Minen, mit mehr als
    80 Prozent des weltweit gehandelten Rohmaterials, zählen heute jene in Australien, Kanada, Demokratische Republik Kongo, Südafrika, Botswana und in der ehemaligen Sowjetunion. Annähernd so wichtig sind die Fundstellen in Namibia, gefolgt von Angola, Brasilien, Guyana, Venezuela, Gunea, Sierra Leone, Liberia, Elfenbeinküste, Ghana, Zentralafrikanische Republik, China, Indonesien und Indien. Die grössten Schleifzentren befinden sich in Antwerpen, New York, Bombay und Tel Aviv. Bis ein Diamant in einem Schmuckstück erstrahlt, durchwandert er bis zu vier Kontinente und geht durch die Hände mehrerer hundert Personen verschiedenster Fachrichtungen.